Unser Streben nach Perfektionismus

Warum fühlen wir uns nicht gut genug, wie wir sind? Weshalb versuchen so viele immer besser sein zu wollen, als andere? Was sind ausschlaggebende Auslöser hierfür?

Vorweg: Dies ist ausdrücklich kein wissenschaftlicher Beitrag sondern basiert auf meinen eigenen Beobachtungen, Gesprächen mit Personen aus meinem Umfeld und meinen eigenen Erfahrungen.

Oftmals fühlen wir uns nicht gut, da uns mal wieder eine Zurückweisung widerfahren ist. Mit der Zeit erkennt man Dinge, die vielleicht nicht optimal gelaufen sind. Wir überlegen, wie wir diese verbessern können, damit es für die nächste Ablehnung nicht wieder dieselben Gründe gibt. Doch gerade im zwischenmenschlichen Bereich kann man diese Vorgehensweise nicht immer anwenden. Wir sind alle Individuen und was bei einem vielleicht nicht gut ankommt, würde jemand anderen erfreuen.

Wenn man in den Bereich des Sports schaut, kann man die Vorgehensweise der Fehlersuche und dem optimieren bis hin zur Fehlerbehebung nachgehen und damit bessere Erfolge erzielen. Ich sehe hier aber auch eine der Ursachen des Perfektionismus. Beim Sport kann es, wenn es richtig angegangen und umgesetzt wird, gesund sein, das Beste aus einem herauszuholen. Aber auch da muss man nicht auf dem ersten Platz sein, um mit seiner Leistung zufrieden sein zu können. Jeder Körper ist anders, manche trainieren seit weitaus längerer Zeit als andere, manche öfter als andere. Man sollte zumindest sich selbst immer mehr für die Anstrengung als für das Ergebnis belohnen.

Das gleiche Vorgehen sollte es auch etwas mehr im schulischen Bereich geben, in welchem ich eine weitere Ursache sehe. Hier werden wir immer nach dem Ergebnis beurteilt. Entscheidend für das weiterkommen sind gute Noten. So breit gefächert wie Schule uns Wissen vermittelt, ist es eher unwahrscheinlich, dass man sich mit dem selben Fokus auf jede Arbeit vorbereitet. Natürlich ist es wichtig, dass man im Leben auch manchmal Dinge lernen muss, für die man sich nicht so sehr interessiert. Aber gerade hier sollte man eben auch die Lernwilligkeit und die Anstrengung beurteilen.

Wenn man etwas gefunden hat, wofür man sich interessiert oder was einem Spaß macht, sollte man versuchen da das für sich selbst bestmögliche zu erreichen. Dies sollte aber niemals so viel Bedeutung haben, dass man die anderen Dinge, die einem wichtig sind, außer Acht lässt.

An mir ist dieser Kelch vorübergegangen. Ich hatte nie das Bedürfnis die Beste sein zu müssen. Vielleicht war auch das nicht immer gut, ich hätte bestimmt schulisch und beruflich mehr erreichen können, aber ob ich damit und mit dem Leben drumherum glücklicher wäre weiß ich nicht.

Als Kind habe ich Geräteturnen gemacht, doch ich wollte nie mit auf Turniere und war es auch nie. Ich habe es gemacht, weil ich Spaß dran hatte und nicht um Medaillen zu gewinnen. Als ich keinen Spaß mehr daran hatte, musste ich das zwar wie jedes Kind mit meiner Mutter ausdiskutieren, aber habe letzten Endes dann auch aufgehört.

Als ich ein Instrument gespielt habe, fand ich es toll gemeinsam mit anderen zu üben und zu spielen, wenn wir uns wöchentlich trafen, aber zuhause dafür zu üben, weigerte ich mich größtenteils, denn ich wollte Spaß haben und das gemeinsame genießen und nicht besser werden als andere.

In der Schule war es immer so, dass ich mich zwar über gute Noten gefreut habe, aber nie das Ziel hatte aufs Gymnasium zu gehen und Abitur zu machen.

Auch heute ist es noch so.

Ich fotografiere gerne, aber mir reicht es währenddessen mich auszuprobieren und freue mich über gute Bilder, aber mich stundenlang hinsetzen um mich wesentlich mehr damit auseinander zu setzen, um besser zu werden, widerstrebt mir.

Das Schreiben mache ich für mich, es befreit meine Gedanken. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung, ich möchte so gut sein, dass man meinem Texte gerne liest, aber ich habe nicht das Ziel besser und erfolgreicher zu sein als andere.

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3 Antworten

  1. Lea sagt:

    Interessanter Beitrag. Ich denke über diese Thematik auch öfter nach, aber ich selbst bin mir bei dem Thema schon zu kompliziert. 😂 Ich bin da so unterschiedlich, wie Tag und Nacht. Es kommt bei mir immer auf den Kontext an. Ich finde es gut, dass du dich mit so komplexen Themen befasst.

    LG

    Lea von http://www.moabiterpflanze.com

  2. Eileen sagt:

    Ich finde deine offene Art sehr angenehm, wir sollten uns alle mal mit der Kernaussage auseinandersetzen. Immer besser oder weiter zu sein als andere finde ich persönlich sehr anstrengend. Man sollte immer zusehen, dass es einem selbst damit gut geht.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  1. 15. Dezember 2018

    […] Anlehnung an meinen letzten Beitrag Unser Streben nach Perfektionismus möchte ich eine kleine Serie starten. Ich werde immer mal wieder einen weiteren Teil hinzu kommen […]

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