Äußeres Idealbild – gesellschaftliche Sicht und das, was wirklich wichtig ist

Smalltalk, allgemeine Gespräche, es wird das Wort Frau, Mann, sie oder er erwähnt und bei denjenigen, die in Bildern denken ist zumindest so eine grobe Vorstellung sofort im Kopf ohne das man irgendetwas über die Person weiß. Bei mir ist das ein grobes Idealbild, welches sich dann im Verlauf des Gesprächs anpasst. Das kann durch Eigenschaften der Person, durch den Namen, das Alter oder vielen anderen Punkten passieren.

Woher kommt das erste grobe Idealbild? Als Kind ähnelt das wahrscheinlich den engsten weiblichen und männlichen Bezugspersonen. Mit der Zeit ändert das sich und diese Änderung kommt durch die verschiedenen medialen Einflüsse sowie weiterhin den Personen im eigenen Umfeld.

Das Problem, welches ich an dieser Thematik sehe, ist unser stetiges streben danach. Sei es bezüglich unserem eigenem Äußerem, dem von möglichen Freunden oder auch stark dem von potentiellen Partnern.

In Vorbereitung auf diesen Blogbeitrag habe ich in meinem persönlichen Umfeld die explizite Aufgabe gestellt, das für denjenigen äußere Idealbild einer Frau/ eines Mannes zu beschreiben.

Wäre dies eine Aufgabe in einer Schularbeit gewesen, wäre die Durchschnittsnote allerhöchstens eine 3. Thema (teilweise) verfehlt, aber gut ausgeführt, würde wohl bei den meisten darunter stehen. Nicht Einmal ein Drittel der Personen haben sich nur rein auf das Äußere bezogen, ein zehntel gab ohne weitere Ausführung an, kein Idealbild zu haben, zwei drittel der befragten Personen antworteten hauptsächlich mit Charaktereigenschaften und erwähnten teilweise noch kurz Äußerlichkeiten, gaben aber deutlich zu verstehen, dass das nicht viel bis keine Bedeutung hat.

Ich empfand allein schon diesen Aspekt der Rückmeldungen sehr interessant.

Einen Gedanken den jeder hieraus für sich mitnehmen kann:

Charakter ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann.

Der Teil, der sich tatsächlich mit dem äußeren Idealbild beschäftigt zeigte mir, dass auch hier das Allgemeine vorherrscht. Ein Mann sollte größer sein als eine Frau; beide normal bis schlank gebaut; die Frau darf an den richtigen Stellen Kurven haben, aber bitte nicht zuviel; ein paar Muskeln schaden keinem Mann; Lachfältchen oder Grübchen dürfen bei den Gesichtszügen der Frau vorhanden sein; wobei der Mann eher ausdrucksstarke Gesichtszüge vorweisen soll.

Bei dem Thema habe ich viel über mich und meine Vergangenheit nachgedacht.

Hier meine Gedanken zu meinem eigenen Äußeren im Verlauf der Jahre meines bisherigen Lebens.

Erst sehr spät habe ich mir Gedanken über mein eigenes Äußeres in Bezug auf meinen Körper sowie auch Kleidung im Vergleich zu Mitschülern gemacht.

In meiner Grundschulzeit war das kaum bis kein Thema, da erinnere ich mich zumindest nur an unsere Abschlussklassenfahrt und das wir an einem Abend zusammen mit einer anderen fremden Klasse in die hauseigene “Disko” in der Jugendherberge sind. Davor wurde geschaut, was wer anzieht, miteinander getauscht und teilweise sich ein wenig geschminkt.

Rückblickend kann ich sagen, dass ab der 5. Klasse immer mehr das Äußere Thema war. Sei es bei uns Mädchen das beginnende Wachsen unserer Brüste und der Vergleich mit anderen als eben auch die Kleidung. Mein Kleiderschrank war voll, allerdings war das meiste Secondhand Kleidung, was mich persönlich nie störte, sondern eher freute, da die Sachen von zwei Freundinnen kamen. Ich habe nie nach was neuem verlangt, weder verbal meinen Eltern gegenüber als auch gedanklich, denn ich war zufrieden und es interessierte mich nicht wirklich, ob es nun neu oder gebraucht war. Als ich 15 war, fing ich so langsam an, mir ein wenig Gedanken darüber zu machen, was ich trug und welche Wirkung das hatte. Viel änderte ich allerdings nicht. Bis heute ist es so, dass ich mir zwar ab und an gerne mal was kaufe, aber das dann meistens sehr bewusst und teilweise auch gebraucht. Kleidung wegzuschmeißen kann ich mir nicht vorstellen. Bisher habe ich Sachen, die ich aussortiert habe, entweder an Freunde oder auf dem Flohmarkt verkauft.

Mit 18 hatte ich meine gut proportionierten Kurven und war sehr zufrieden mit meinem Körper. Damals hatte ich rund um die 63kg auf meine 1,70m. Das erste Mal abnehmen wollte ich mit 20, ich wog ich 79kg. Ab da schwankte mein Gewicht die nächsten 5 Jahre zwischen 70-78kg. Im Novemer 2015 fiel mein Gewicht durch schwierige Umstände innerhalb von 14 Tagen von 76kg auf 64kg. Erst freute ich mich noch darüber, bis mir dann der Ernst der Lage bewusst wurde. In den kommenden Wochen nahm ich erstmal noch weitere 2kg ab, bevor ich dann langsam aber sicher wieder zunahm. Spuren davon sehe ich an meinem Körper heute noch. Bei einem Gewicht von 66kg bis 68kg fühlte ich mich dann wieder sehr wohl und hatte das Ziel das zu halten. Aktuell schwankt mein Gewicht zwischen 70kg bis 73kg und ich weiß zwar, dass ich mich mit etwas weniger auch etwas mehr wohlfühlen würde, aber bin da auch nicht dahinter, da ich mich allgemein sehr wohl mit meinem Körper fühle. Ich gehörte und gehöre somit nicht zu den Schlanksten und entspreche daher nicht dem allgemeinen Idealbild.

Das Wichtigste:

Ich bin nicht perfekt, aber ich mag mich, wie ich bin.

Meine Gedanken zu bisherigen potentiellen und tatsächlichen Partnern und Freunden und derer äußerer Erscheinung.

In der Vergangenheit gab es optisch wenige Gemeinsamkeiten bei potentiellen sowie tatsächlichen Partnern. Speziell auf gewisse Merkmale habe ich aber nie geachtet, wenn dann hat es einfach gepasst und war dann ein kleiner zusätzlicher Pluspunkt. Das noch am auffälligsten gemeinsame war der generelle Körperbau. Zwei waren ca genauso klein wie ich, alle anderen 15cm bis 30cm größer als ich. Fast alle waren relativ normal gebaut, einer war sehr schlank. Alles andere unterschied sich.

Bei potentiellen und tatsächlichen Freunden sieht das ganze etwas anders aus. Nein, sie entsprachen nicht alle einem oder zwei Idealbildern, sondern sie waren und sind so verschieden, wie Menschen nur sein können. Von klein bis groß, von sehr schlank bis korpulent, modebegeistert und darauf achtend bis dem typischen Ökobild, all diese Menschen waren oder sind Teil meines Lebens. Es sind Menschen mit Wiedererkennungswerten, einzigartig, individuell und wundervoll.

Abschließend möchte ich noch anfügen, der Grundgedanke vor dem Schreiben dieses Beitrags war über den gesellschaftlichen Druck, wie ein Mensch aussehen soll Bezug zu nehmen. Die Idee kam aus dieser Serienempfehlung, wo es in der 1. Folge der 1. Staffel von The Bold Type unter anderem um den gesellschaftlichen Druck, wie eine Frau aussehen soll, geht. Im Verlauf des Herumfragens im Umfeld sowie bei meinen Gedanken über das Thema wandelte es sich nun zu dem, was es geworden ist.

Orientierst du dich an gewissen Idealbildern bezüglich deines Aussehens? Inwieweit beeinflussen Idealbilder deine Kontakte?

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